Der Dome - gekonnte Verwendung von 360°-Hintergrundbildern (auch HDRI)

  • In diesem Tutorial erfahrt Ihr etwas zu den Einstellungen des Dome, damit Ihr den tatsächlich sinnvoll als Bildinhalt und nicht nur zum Ausleuchten Eurer Szene verwenden könnt.




    Seit Längerem gibt es in DAZ ja bereits Iray als Renderengine und das Tolle ist, dass sie auch Bilder, die sich auf der Ober- / Innenfläche vom Dome befinden, für die Ausleuchtung der Szene heranziehen kann. Diese Funktion ließe sich auch ausschalten, aber letztlich sorgen solche Bilder je nach Qualität für eine sehr natürlich wirkende Ausleuchtung der Szene. Der Dome ist ein Ball, der die gesamte Szene in sämtliche Richtungen umschließt. Standardmäßig ist der Dome mit der Textur "DTHDR-RuinsB-500.hdr", also einer HDRI, versehen. (HDRIs sind Bilddateien mit einem sehr weit gefächerten farbdynamischen Bereich, in der Regel 32 bit Farbtiefe, während JPG-Dateien lediglich eine Farbtiefe von 8 bit aufweisen.)


    Leider ist die vorhandene Standardtextur nicht wirklich hoch aufgelöst – aber es gibt im Internet zahlreiche Anbieter, die kostenlose oder kostenpflichtige HDR-Bilder zur Verfügung stellen. Für meine weiteren Erläuterungen greife ich auf eine kostenlose HDRI von Bob Groothuis zurück:

    (http://www.creativebloq.com/ph…giveaway-dec-14-121310126). (Vorsicht, eine riesige Zip-Datei!)




    Die Dateien aus dem Zip-Ordner, die mich hier interessieren habe ich in nachstehendem Screenshot angekreuzt (Dateiendung .hdr):




    Eine andere Quelle für kostenlose, hochaufgelöste HDRI ist diese:

    https://hdrihaven.com/hdris/

    Schauen wir uns nun einfach einmal an, welche grundsätzlichen Einstellungen man am Dome vornehmen kann, um das Hintergrundbild in die Szene zu integrieren. Als Beispielobjekt, das ich in DAZ in Szene setzen möchte, dient mir eine einfache Kugel mit einer glänzenden Oberfläche. In meinem Vorschaufenster habe ich die Ansicht bereits auf Iray eingestellt.




    Jetzt wünsche ich mir ja, dass die Beleuchtung der Szene durch den Dome bzw. die darauf befindliche HDRI erfolgt. Zusätzliche "ungewünschte" Lichtquellen stören da nur, weshalb ich die Kameraleuchte ausschalte. Einfach die Einstellung "Never" wählen. Das bezieht sich jetzt allerdings auf sämtliche Kameras in Eurer Szene. Solltet Ihr dann doch (z.B. bei dunklen Szenen) eine Kameraleuchte benötigen, macht diese Einstellung einfach rückgängig.




    Als nächstes tausche ich mal das "Original"-HDRI gegen eines meiner Wahl aus, indem ich auf den kleinen Pfeil bei "Environment Map" klicke und dann entsprechend nach meiner Map suche. Im gleichen Bereich sorge ich auch noch dafür, dass meine HDRI im Render erscheint – "Draw Dome" auf "On" stellen. Wenn ich diesen Schritt weglasse, wird mein Hintergrundbild nicht mitgerendert, spiegelt sich aber gegebenenfalls auf glänzenden Oberflächen. Dazu gibt es ein anderes Tutorial.




    Die Verwendung von HDRI fand ich bisher immer furchtbar kompliziert und die Ergebnisse haben mich auch nicht überzeugt, weshalb ich den Hintergrund meiner Szenen immer irgendwie zurechtgebastelt habe. Nachdem ich mich aber jetzt einmal intensiver damit beschäftigt habe, finde ich das irgendwie gut. Das Hauptgeheimnis liegt für mich in der richtigen Einstellung der Domegröße.




    Standardmäßig ist unter dem Punkt "Dome Mode" "Infinite Sphere" voreingestellt, also eine Kugel mit unbegrenztem Durchmesser, auf der sich dann die HDRI befindet. Bei einer solchen Größe ist es dann letztlich egal, wie nah oder entfernt man sich von einem Objekt in der Szene befindet, der Hintergrund erscheint immer gleich groß. Das kann man sich vielleicht mit den Sternen vorstellen: Ob ich jetzt in Freiburg oder in Karlsruhe bin, ist für das Erscheinungsbild des Sternenhimmels aufgrund der extremen Entfernung vollkommen unerheblich.


    Eine Nah- und eine Fernansicht mit infiniter Sphere


    Eine Nah- und eine Fernansicht mit finiter Sphere


    Wie Ihr an dem Beispiel seht, wird mit finiter Sphere nicht einfach das Objekt bei gleichem Bildausschitt kleiner, sondern auch der Ausschnitt ändert sich, was natürlicher wirkt.


    Stellt dazu den Dome Mode auf "Finite Sphere" und weist dem Dome unter dem Eintrag "Dome Scale Multiplier" (Punkt 3 im oberen Screenshot) auch gleich einen geringeren Wert zu. Zum Herantasten nehme ich erstmal den Wert 10 – die "Wahrheit" liegt am Ende (je nach Bildausschnitt und Geschmack) irgendwo zwischen 5 und 25. Die Größe des Objekts in Relation zum Hintergrund lässt sich dann auch noch über den Abstand der Kamera einstellen.

    Hilfreich für den richtigen Bildausschnitt sind außerdem die Einstellungen im Bereich der Dome Orientation. Die gibt es separat für die X-, Y- und Z-Richtung. Der Punkt darunter nennt sich "Dome Rotation, bewirkt aber, soweit ich das bislang erkenne, das Gleiche, wie die Orientierung in Y-Richtung - die Sphere dreht sich waagerecht um die Szene herum. Änderungen in X-Richtung bedeuten hoch und runter, die Z-Richtung bewirkt eine Neigung.


    Da auf der HDRI Helligkeitsunterschiede abgebildet werden, ändert sich mit einer Drehung des Dome zugleich auch die Lichteinfallsrichtung. Probiert das ruhig einmal aus.




    Zum Abschluss gibt es dann noch den Eintrag "Draw Ground" (2), der standardmäßig auf "On" gesetzt ist. Ich würde diesen Eintrag so übernehmen, da er einen virtuellen Schatten bewirkt, was in einer Szene mit einer "echten" Außenaufnahme realistischer wirkt, als schattenlos.


    Ich hoffe, meine Erläuterungen nehmen ein wenig Scheu vor der Nutzung von HDRI.



    Viele Grüße, SmidA