Mit DOF oder Weichzeichner gegen ausgeschnittene Figuren

  • Wenn man ein Portrait produziert, ist es meistens eine ziemlich einfache Lösung, einen fertigen Hintergrund hinter das Bild zu nageln. Leider wirkt das oftmals so, als ob die Figur einfach nur ausgeschnitten worden ist und gar nicht dazu gehört.

    Deswegen schauen wir uns an dieser Stelle an, was sich gegen dieses Phänomen tun lässt und wie man Figur und Hintergrund ein wenig besser miteinander verblendet.

    Ich benutze für dieses Tutorial Poser und Photoshop. Es geht allerdings mit den meisten anderen Bildbearbeitungsprogrammen ebenso gut.


    Mein Render ist relativ simpel und eigentlich nur ein Versuch für mich selbst, um mit IDL und SSS zu experimentieren. Von Aufbau her enthält er zwei Rimlights, sprich: Lichter, die aus dem Hintergrund kommen und der Figur eine Randbeleuchtung verleihen. Dazu zwei Infinites – eines, das die Szene bläulich beleuchtet, um eine Nachtstimmung zu erzeugen und eines, das nur auf Specular eingestellt ist, also nur für Highlights wie die Lichter in den Augen verantwortlich ist.
    Dazu liegt eine unsichtbare Kugel über der Kerzenflamme, die über die Ambientnode das orange Licht erzeugt. Wenn an solchen Dingen Interesse besteht, kann man das an anderer Stelle auch genauer besprechen.


    Im Hintergrund habe ich ein Fenster und einen Baum, damit es dahinter nicht gar so nackt wirkt. Solche Elemente sind schnell gesetzt und können einen ziemlichen Unterschied machen, wenn es um die Wirkung des gesamten Bildes als Einheit geht.


    Nach dem Rendervorgang erhalte ich zunächst folgendes Ergebnis:



    Da es eine Nachtszene ist, suche ich mir dann einen passenden Hintergrund. Somit sähe das Bild jetzt so aus:



    Bei den meisten Bildern ist an dieser Stelle Schluss. Allerdings wollen wir Hintergrund und Bild ja besser miteinander in Einklang bringen. Ein kleiner Trick ist ein Glüheffekt, den man auf das Bild legt, bevor man es mit dem Hintergrund verschmilzt. Und genau das nutze ich jetzt auch. Das weicht die Konturen zwar noch nicht auf, bringt uns optisch aber ein Stückchen näher zu unserem Wunschergebnis.



    Der Glüheffekt, in Photoshop „Schein nach außen“ genannt, nimmt eine Farbe aus dem Hintergrund auf und ist ziemlich groß. Wählt man ihn zu klein, sieht das recht seltsam aus und ergibt lediglich einen Rand:



    Jetzt reduzieren wir unser Bild auf eine Ebene. Während ich all das gemacht habe, hat mir Poser eine Depth Map gerendert. Das ist ein schwarz weißes Bild von meiner Szene, das grob gesagt darauf basiert, dass weiter entfernte Dinge unscharf wahrgenommen werden. In meinem Fall wird auf den schwarzen Flächen komplett weichgezeichnet, die weißen werden ausgespart und die grauen liegen irgendwo dazwischen.



    Eingesetzt wird diese Map nun in einen Alpha Kanal und per Weichzeichner / Tiefenschärfe abmildern in Gang gesetzt.



    Und siehe da, schon sieht unser Hintergrund wesentlich besser aus. Die Figur steht im Mittelpunkt unseres Bildes und wirkt nicht mehr ausgeschnitten, sondern verschmilzt mit der Szenerie.



    Es gibt viele Arten, Depth of Field anzuwenden und ich möchte an dieser Stelle nicht unbedingt gezielt darauf eingehen, weil sie von den vorhandenen Möglichkeiten und dem Programm abhängig sind und zudem schon wesentlich besser erklärt wurden.
    Sowohl Poser als auch DAZ Studio besitzen eingebaute Möglichkeiten für DoF. In DAZ Studio verlängern diese die Renderzeit angeblich nicht – zumindest wurde das von DAZ so gesagt. Ich habe es nicht überprüft. Im Poser kann es ewig dauern, weswegen die Depth Map Methode ein wenig schneller geht.
    Depth Maps lassen sich z. B. über Glowworm WyJyZW5kZXJuIl0="> – dieses kleine Plugin gibt es bei DAZ, es läuft aber nur noch bis Poser 8. Oder über die Advanced WyJSZW5kZXIgU2V0dGluZ3MiXQ=="> von semidieu, die bei RDNA verkauft werden und sich sehr lohnen.


    Ein anderes Mittel ist schlicht und ergreifend der Weichzeichner. Auf dem Hintergrundbild ein wenig Gauss’scher Weichzeichner, dazu vielleicht noch ein bisschen Bildrauschen und schon erlangt man gemeinsam mit dem Glüheffekt eine nette Verblendung, die wesentlich besser aussieht als ein schlichter, scharfer Hintergrund, der hinter die Figur gesetzt wird.


    Ich jedenfalls starte jetzt das eigentliche WyJQb3N0d29yayJd"> und hoffe, dass euch dieses kleine Minitutorial zum experimentieren einlädt.


    Hier ist jedenfalls das fertige Bild aus der Nähe:



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