IRay Multipass Render mit Canvases und LPE (Light Path Expression)

  • Beim Multipassrendern wird jede Lichtquelle und jeder Kanal (z. B. Diffus, Glossy und Specular) einzeln gerendert und diese können dann in einem Grafikprogramm zusammengefügt werden.


    Warum dann nicht gleich alles in einem Schwung rendern und nur das fertige Bild bearbeiten.


    Wenn ich alles in einem Rutsch render kann das Ergebnis durchaus ausreichen und meiner Vorstellung entsprechen. Das sehe ich aber erst ganz am Schluss und vielleicht bin ich nach der Betrachtung des Bildes der Meinung das die Beleuchtung auch noch etwas anders sein könnte. Hier bietet die Erstellung einzelner Kanäle und ihre Kombination im Postwork eine wesentlich größere Freiheit.


    Bei DAZ Studio mit IRay als Renderengine erfolgt die Erzeugung eines Multipass Render über die Erstellung von Canvases für jeden Kanal der gerendert werden soll.

    Der Rendervorgang läuft dann nur einmal durch und speichert die Information jedes Kanals einzeln inem exr File ab.


    Erstellen wir mal eine Beispielszene mit einem Cube, einem Cone und einer Sphere. Dazu noch entsprechend Boden und Wände. Alles mit Materialien versehen und 3 Lichtquellen hinzufügen.



    Die Lichtquellen habe ich hier Light_Right, Light_Left und Light_Top genannt


    Um eine Rohausgabe der Render zu bekommen (ohne Nachberechnungen des Programms in Bezug auf Sättigung oder Helligkeit) wird bei Tone Mapping Burn Highlights auf 1, Crush Blacks auf 0, Saturation auf 1 und Gamma auf 1 gesetzt.



    Environment wird in diesem Fall auf Scene Only gesetzt.


    Wir verlassen nun den Tab editor und wechseln in den Tab Advanced.

    Dort gehen wir auf den Reiter Canvases und aktivieren die Checkbox neben Canvases.

    Mit dem Pluszeichen können wir nun Canvases hinzufügen und deren einstellungen ändern.



    Hier habe ich schon einige Kanäle erstellt mit denen ich arbeiten möchte. Wichtig für dieses Beispiel sind die LPE Kanäle.

    Um einen Canvas zum LPE Canvas zu machen gehe ich im unteren Dropdownmenü bei Typ auf die Auswahl LPE.



    So ein Canvas kann umbenannt werden und bei den LPE Canvas kann man dann bei Expression eine entsprechende Bedingung eintragen mit der bestimmt wird welche Lichtquelle gerendert wird.

    Die Informationen dazu habe ich von dieser Seite: composing with light path expression

    Die hier verwendeten Expressions lauten:


    <L'Light_Top'>.*E


    <L'Light_Left'>.*E


    <L'Light_Right'>.*E


    Damit werden dann jeweils die einzelnen Lichter alleine gerendert.


    Nun kann man die Szene rendern lassen und alle Canvases werden danach am angegeben Ort abgespeichert.




    Die exr Dateien lassen sich mit Photoshop öffnen und sehen zunächst etwas ungewöhnlich aus.



    Aber keine Bange, das lässt sich leicht beheben.

    Zunächst geht man auf Bild, Korrekturen und wählt dann HDR-Tonung aus.



    Nun öffnet sich ein Fenster mit den möglichen Anpassungen.



    Hier wählt man nun Histogramm equalisieren in der Methode aus.



    Auf diese Weise werden erst mal alle Bilder umgewandelt.

    Nun erstellt man ein neues 32 bit Bild.




    und in diesem eine neue Füllebene



    Der Hintergrund kann gelöscht werden, wir brauchen nur die Füllebene.

    Alle erstellten render werden nun per Copy-Paste eingefügt und bei dem Ebenenstil auf Linear abwedeln (hinzufügen) eingestellt.




    Mit Hilfe der Transparenzeinstellung jedes einzelnen Layers können nun unterschiedliche Belichtungssituationen simuliert werden.

    Zusätzlich können natürlich auch noch andere Filter darauf angesetzt werden.


     

    Nihil fit sine causa. (Nichts geschieht ohne Grund)
    Wer den Löffel abgibt, bekommt ihn nicht wieder